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Das „Teilzeit-Mutti-Image“

Als arbeitende Mutter sind herausragende Multitaskingfähigkeiten gefordert. Kinderbetreuung und Arbeitszeiten wollen abgestimmt und geregelt sein, die Ansprüche von Familie und Chef unter einen Hut gebracht werden. Man gibt alles. Schöpft aus den letzten Energiereserven. Und dennoch gilt man an der Arbeit nur noch als „Teilzeit-Mutti“ – während mitleidige Blicke an der KiTa die fehlenden Familienstunden kommentieren.

Mit 30 Wochenstunden gehört Magdalena zu den Müttern, die verhältnismäßig viel arbeiten. Dafür verzichtet sie wöchentlich auf 30 Stunden mit ihrer zweijährigen Tochter. Die Zeit mit ihr ist Magdalena wichtig, gleichzeitig möchte sie aber auch nicht den Anschluss im Büro verpassen. Im Job wird sie auf anderen Ebenen gefordert. Babysprache und Kinderrassel bleiben dabei zu Hause.

Dennoch plagt Magdalena das Gefühl, in der Firma nicht mehr für voll genommen zu werden. Seit sie Mutter ist, muss sie mehr Rücksicht auf ihr Privatleben nehmen. Kurzfristige Überstunden sind schwierig zu realisieren, wenn der Abholtermin des Nachwuchses immer näher rückt. Ihrer Arbeit kommt sie in Teilzeit genauso gut nach wie zuvor – wenn nicht sogar besser. Trotzdem stößt ihr strikter Zeitplan vielen Kollegen trotzdem auf Missmut.

Von diese Erfahrung berichten viele Mütter. Nach der Rückkehr aus der Elternzeit fühlen sie sich nicht mehr als vollwertiges, ernstgenommenes Teammitglied. Von der Unflexibilität der berufstätigen Mutter sind Kollegen häufig genervt: Krankes Kind hier, früher Feierabend dort. Dabei geht jedoch vergessen, dass das Büro ein angenehmerer Ort sein kann, als den Nachwuchs zum fünften Mal im aktuellen Quartal zu umsorgen, während die Gedanken um das anstehende Projekt leichte Panikattacken auslösen. Bevor es also zum Gespräch mit dem Chef geht, wurden sicherlich schon alle anderen Möglichkeiten erwägt, abtelefoniert und gecancelt.

Ähnliches gilt für die festen Arbeitszeiten, von denen sich mittlerweile um einiges schwieriger abweichen lässt als zuvor. Wird um 15 Uhr zur Handtasche gegriffen, stößt dies oft auf Unverständnis bei den Kollegen. Dass die Arbeit dafür noch längst nicht getan ist, E-Mails noch von zu Hause aus geschrieben werden und der Lohneingang einige Euro weniger zählt, wird dabei leider häufig übersehen. Und auch an den fixen Urlaubszeiten lässt sich nicht rütteln. Die günstigeren Preise außerhalb der Ferienzeiten sind dennoch nicht minder verlockend.

Tatsächlich können berufstätige Mütter eine Herausforderung für Unternehmen darstellen – umso mehr aber auch eine Bereicherung sein. Denn: Berufstätige Mütter sind sich um den schlechten Ruf der „Teilzeit-Mutti“ bewusst! Wie auch Magdalena versuchen sie meist alles, um dem schlechten Image entgegenzuwirken. So wird in der reduzierten Arbeitszeit nicht automatisch weniger geleistet. Im Gegenteil: Von den Multitaskingfähigkeiten aus dem Privatleben profitiert meist auch die Leistung im Berufsleben. Und sollte es zu Termindruck kommen, wird auf Mittagspause, Kaffeeklatsch oder die freien Stunden am Abend verzichtet. Dass der „freie Nachmittag“ also gar nicht so frei ist, sollte einem spätestens jetzt bewusst sein.

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