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Home Office – blinder Vertrauensbeweis oder arbeitswirksame Alternative?

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Sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer birgt das Home Office heutzutage viele Chancen. Einerseits ermöglicht es eine freiere Zeiteinteilung seitens des Angestellten, Aufgaben können dann erledigt werden, wenn es am passendsten erscheint. Andererseits profitieren die Arbeitgeber von einem effektiveren Zeiteinsatz ihrer Mitarbeiter. So können zum Beispiel die freien Stunden am Abend genutzt werden, während die Kinder in Seelenruhe schlafen. Zuvor ist dafür genug Zeit um mit ihnen zu spielen oder zu lernen – während andere Eltern noch im Büro oder Stau stecken. Eine Studie des Bundesfamilienministeriums belegt diese Zeitersparnis mit Zahlen: mit dem Home Office Konzept winkt Angestellten eine wöchentliche Zeitersparnis von bis zu vier Stunden. Dennoch nutzt nur ein geringer Teil der Deutschen diese Möglichkeit, genauer gesagt elf Prozent (Stand: 2014). Woran liegt das?

Mit der Idee des privaten Arbeitsplatzes fürchten viele Arbeitgeber einen Kontrollverlust, sinkende Produktivität sowie unzureichende Kommunikation. Mitarbeiter könnten das Konzept des Home Office und damit auch das damit verbundene Vertrauen der Vorgesetzten ausnutzen. Doch genau hier liegt der Fehler! Im privaten Haushalt arbeitet es sich häufig ruhiger, ungestörter und damit auch produktiver. Vielleicht benötigt der Mitarbeiter sogar tatsächlich weniger Zeit am PC – mit dennoch gleichen oder sogar gesteigerten Ergebnissen. Mit der Technik von Heute lassen sich zudem zeitliche und räumliche Distanzen unproblematisch überwinden.

Während das Konzept einerseits auf dem Vertrauen der Vorgesetzten liegt, sollten es Angestellte andererseits auch nicht ausnutzen. Ablenkungen haben am privaten Arbeitsplatz ebenso wenig etwas zu suchen wie im betrieblichen Büro. Zwar kann die Wäsche nebenbei laufen, ein Freischein, um endlich mal den Frühjahrsputz zu erledigen, ist das Home Office aber nicht! Stattdessen benötigt es ein ausgeklügeltes Zeit- und Selbstmanagement, denn die reguläre Arbeitszeit darf auch nicht dauernd überschritten werden. Arbeitnehmer sollten daher selbst entscheiden, inwieweit das Modell als passend erscheint.

Klare Vereinbarungen zwischen Chef und Mitarbeiter können dabei helfen. Hier sollten Rahmenbedingungen und Erwartungen festgelegt werden. Ständige Kontrollanrufe seitens des Arbeitgebers haben dafür nichts im Home Office zu suchen. Stattdessen können Zielvereinbarungen oder feste Arbeitspläne die Strukturen steuern. Mit der Bereitstellung passender Hard- und Software lassen sich regelmäßige Absprachen und nötige Zugriffsrechte auch im privaten Office sicherstellen. Ist dennoch eine regelmäßige Anwesenheitspflicht gewünscht, können feste Kernarbeitszeiten einen ausgewogenen Mix für beide Seiten darstellen. Einen Versuch ist es definitiv wert!

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