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Impfen: Eine Elternentscheidung zwischen Pro und Contra

Als Elternteil möchte man nur das Beste für seinen Nachwuchs. Beim Thema Impfung gehen die Meinungen jedoch weit auseinander. Während die Befürworter in der Impfung einen höchstmöglichen Schutz vor gefährlichen Krankheiten sehen, argumentieren Impfgegner mit unerforschten Langzeitfolgen.

Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B, Windpocken, Pneumokokken, Masern, Mumps, Röteln – die Liste der empfohlenen Impfungen im Kindesalter scheint endlos. So wird bereits ab sechs Wochen die erste Schutzimpfung empfohlen. Danach folgen Monat für Monat neue Injektionen und Auffrischungen. Insgesamt 13 Infektionskrankheiten sollen so eingedämmt oder vollkommen ausgeschlossen werden. Im Extremfall bedeutet dies rund 30 Impfungen bis zum 15. Lebensmonat.

Abwehrstoffe und Antikörper

Genau hier sehen Impfgegner das Problem: Zu viele Mittel sollen dem Kleinkindkörper in zu jungen Jahren verabreicht werden. Tatsächlich spritzt der Arzt meist abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren in den Muskel des Patienten. Das Immunsystem reagiert in Folge auf den Impfstoff, wie auf den natürlichen, krank machenden Erreger: es bildet Abwehrstoffe und speichert den Eindringling ab. Taucht der Keim zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf, wird er durch die zuvor gebildeten Antikörper unschädlich gemacht. Konkret ist eine Erkrankung dadurch sehr viel harmloser oder bricht gar nicht erst aus.

„No shot, no school“

Während hierzulande die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut lediglich Empfehlungen für Schutzimpfungen ausspricht, gilt in den USA: „No shot, no school!“. Um die Verbreitung von Krankheiten einzudämmen, werden ungeimpfte Kinder dort gar nicht erst in die Schule aufgenommen. Mit Erfolg: Die jährliche Anzahl der an Masern erkrankten Patienten ist in den Vereinigten Staaten von Amerika mittlerweile geringer als in Deutschland – ein Grund, warum das Robert-Koch-Institut für eine Übernahme des US-Modells plädiert.

Risikofaktoren und Nebenwirkungen

Hierzulande zählt die Grundimmunisierung zunehmend zu den Aufnahmevoraussetzungen von Kinderkrippen und –horten. Mit diesem Vorgehen möchten sich die Betreuungsstätten vor ausbreitenden Epidemien schützen. Gegner sehen dies jedoch als gravierenden Eingriff in die Grundrechte. Eltern soll es freigestellt sein, ob sie in das Immunsystem ihres Nachwuchses aktiv eingreifen möchten oder nicht. Schließlich seien in Folge einer Impfung auch Nebenwirkungen wie Allergien, Haut- und Atemwegserkrankungen, Asthma, Lähmungen, Hirnschäden oder in seltenen Fällen sogar Behinderungen, Chroniken und Todesfälle möglich. Tatsächlich sind Langzeitfolgen in Verbindung mit vorangegangenen Impfungen schwer nachzuvollziehen. Dass der Impfstoff bei Kleinkindern und Babys in ein noch nicht vollständig entwickeltes Immunsystems eingreift, lässt viele Eltern daher zögern.

Impfungen als Kinderrecht

Wer sein Kind dennoch impfen lässt, handelt aber nicht weniger bedacht. So entscheiden sich aktuell etwa 90% der Eltern für eine Impfung ihrer Kinder. Hauptargument ist dabei der präventive Schutz des Sprösslings. Schwere Krankheiten und Epidemien sollen verhindert, Todesfälle minimiert und die Lebenserwartung erhöht werden. Die Impfung sei daher ein Recht, welches nicht verwehrt werden sollte.

Persönliche  Risikobewertung – intuitive Entscheidung

Die Argumente sind auf beiden Seiten nachvollziehbar und plausibel. Impfungen können vor Krankheiten schützen, aber auch Nebenwirkungen haben. Wirkliche Alternativen gibt es nicht. Dr. Martin Hirte, Kinderarzt und Autor des Buchs „Impfen – Pro & Contra: Das Handbuch für die individuelle Impfentscheidung“, rät daher zu einer intuitiven Impfentscheidung. Eltern müssen ganz persönlich zwischen ihrer Angst vor schweren Krankheiten mit möglichen Komplikationen und der Sorge, durch Impfungen Langzeitschäden bei ihrem eigentlich gesunden Baby zu riskieren, abwägen. Entscheiden Sie sich dafür, sollten die Zweit- und Auffrischungsimpfungen jedoch nicht vergessen gehen. Ansonsten ist die gutgewollte Vorsorge leider wirkungslos.

Buch-Tipp: Dr. Martin Hirte: „Impfen – Pro & Contra: Das Handbuch für die individuelle Impfentscheidung“, erschienen im KNAUR-Verlag (2012).

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