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Vereinbarkeit von Beruf und Familie – eine Utopie?

Der Wunsch nach einer ausgewogenen Work Life Balance ist bei der jüngsten Berufseinsteiger-Generation stärker denn je. Fragt man nach den Wünschen an ihren Arbeitgeber, liegt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie häufig sogar vor hohen Verdienstmöglichkeiten und Karrierechancen. Überraschenderweise nimmt der Anteil der Befürworter einer Doppelerwerbsarbeit bei Frauen und Männern dennoch stetig zu. Doppelverdienermodelle werden zum Ideal. Gleichzeitig wird dem persönlichen Freiraum hinterhergejagt. Wie passt das zusammen?
Kommen Kinder ins Spiel befinden sich viele Deutsche irgendwo zwischen finanzieller Zwangslage, dem Wunsch eines ausgewogenen Familienlebens und dem Ausleben des persönlichen Berufstraums. Nach aktuellen Ergebnissen will oder kann jeder zweite Bundesbürger nicht mehr ohne eigene Erwerbsarbeit alleine bei den Kindern bleiben. Einerseits wird die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, vor Einkommenseinbußen und einer niedrigen Rente genannt. Andererseits möchten sich viele aber auch einfach beruflich verwirklichen. Was dabei rauskommt ist ein immenser Zeitstress.
Dies bestätigt auch eine aktuelle Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbands. Bei berufstätigen Eltern nimmt der Stress durch mangelnde Zeit kontinuierlich zu. Finanzknappheit und psychische Anstrengungen liegen den Ergebnissen zufolge weit dahinter. Zum Ausgleich wird Sport getrieben, gelesen und Freunde getroffen. Positive Zeitinvestition. Mit dem bewussten Abseilen von der Familie suchen einige Befragte ebenfalls nach der (Zeit-)Stressreduktion. Andere geben an, die Organisation des Familienalltags zu optimieren sowie Pflichten besser aufzuteilen. Irgendwie bekommt man also alles unter den Hut. Aber wieso nur irgendwie?
Dass es auch anders geht zeigt das skandinavische Vorzeigemodell Schwedens. Neben einem familienfreundlichen Staat herrscht hier häufig auch eine familienfreundliche Unternehmenskultur. Die Beschäftigungsrate der Frauen liegt sehr hoch, die Geburtenrate vergleichsweise ebenfalls. Familie und Beruf schließen sich nicht automatisch aus. Und dies verdeutlicht auch der zunehmende Aufruf der jungen Arbeitnehmergeneration. Jutta Rump, für allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ludwigshafen, ruft zukunftsorientierte Unternehmen daher auf, ihre Unternehmenskultur an jenen Werten auszurichten. Vollzeitnahe Teilzeitangebote und eine Abkehr von der Präsenzkultur seien gefragt.
Inwieweit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu realisieren ist, liegt folglich in mehreren Händen. Seien es staatliche Eingriffe, die Förderung der Work Life Balance innerhalb des Unternehmens oder die persönliche Zeiteinteilung. Mit den aktuellen Wertevorstellungen der unter 35-Jährigen sind die Instanzen nun gefordert. Hoffen wir, dass jede Generation dadurch einen eigenen, ausbalancierten Weg für sich findet.

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